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BUCHPRÄSENTATION: DIE DURCHFÜHRUNG DER GRUNDENTLASTUNG VON 1848/49 IN KÄRNTEN

BUCHPRÄSENTATION

Mittwoch, 9. November 2016, 17.00 Uhr
im Kärntner Landesarchiv,
St. Ruprechter Straße 7, 9020 Klagenfurt am Wörthersee


Roland Bäck
DIE DURCHFÜHRUNG DER GRUNDENTLASTUNG VON 1848/49 IN KÄRNTEN
Agrarreform, Industrialisierung und Reform der Sozialordnung

Das System der Grundherrschaft war im 19. Jahrhundert zur Belastung für den Staat und zum Hindernis für die Weiterentwicklung der Wirtschaft geworden. Der Besitz und die Bewirtschaftung von Grund und Boden war allerdings bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts vielfach mit Institutionen des öffentlichen Rechts verknüpft. Die Aufhebung dieser Institutionen mit all ihren Konsequenzen erforderte eine administrative Neuordnung des Staates.

Infolge der Revolution von 1848 erklärte Kaiser Ferdinand I. schließlich im September des Jahres die Aufhebung der Untertänigkeit der Bauern in allen Provinzen des Habsburgerstaates. Darüber hinaus sollten Grund und Boden in der gesamten Monarchie  von allen haftenden Lasten und Pflichten den Grundobrigkeiten gegenüber befreit werden.

Kärnten stand, sowohl den Gesamtbetrag der Grundentlastungsschuld, als auch die Gesamtzahl der Verpflichteten betreffend, im innerösterreichischen Raum nach absoluten Zahlen im Mittelfeld. Ein von der Umsetzung der Grundentlastung in Kärnten unabhängig zu betrachtendes Sonderproblem war die Regelung der althergebrachten Servitutsrechte sowie der Jagd- und Wasserrechtsfrage.

Die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Grundentlastung in Kärnten waren kaum spürbar. Erst ab den 1860er-Jahren begannen die Bauern aus den ihnen daraus eröffneten Möglichkeiten einen quantifizierbaren Nutzen zu ziehen. Es gab Gewinner und Verlierer. Um Investitionen in einen Betrieb vornehmen zu können, bedurfte es entsprechenden Kapitals. Die vielen Kleinbetriebe vermochten dies nicht einmal unter größten Anstrengungen.

Um Gewinn zu erwirtschaften, mussten die alten Wohn- und Wirtschaftsgebäude, da diese nicht mehr den neuen Anforderungen entsprachen, adaptiert oder neu gebaut werden. Ab der Jahrhundertmitte vollzog sich somit produktionsbedingt ein Wandel in der bäuerlichen Architektur.


Anmeldungen erbeten bis 3. November 2016!